Geschichte

Die Geschichte unseres Hauses

Das Heim für blinde Frauen, kann inzwischen eine mehr als einhundert Jahre lange Erfahrung in der Betreuung von blinden und schwer sehbeeinträchtigten Frauen aufweisen. Im Jahre 1856 wurde erstmals urkundlich die „Stiftung Versorgungsanstalt für ehemalige weibliche Zöglinge der Landesblindenanstalt“ erwähnt. Es war stets die Aufgabe der Einrichtung, die Betreuung, Versorgung und Pflege dieser vom Schicksal besonders benachteiligten Frauen sicher zu stellen. Waren es früher nur die ehemaligen „weiblichen Zöglinge“, dann „Schülerinnen der Landesblindenanstalt“, die in unserem Heim Aufnahme fanden, so überwiegt heute die Zahl der im späten Alter Erblindeten. Gerade dieser Personenkreis ist im besonderen Maße auf Hilfe angewiesen, da beim Verlust des Sehvermögens im fortgeschrittenen Alter die üblichen für Blinde existierenden Techniken schwer oder gar nicht mehr zu erlernen sind.

Das ursprüngliche Wohngebäude mit den zugehörigen Wirtschaftsgebäuden, einem ehemaligen Gutshof, wurde nach dem Kriege im Jahre 1954 vollkommen neu aufgebaut und in seiner Konzeption als Wohnheim mit 63 Plätzen eingerichtet. Die besonderen Anforderungen des im weiteren Laufe der Jahre sich wandelnden Personenkreises (überwiegend pflegebedürftige Blinde) machten eine Generalsanierung mit Erweiterungsbau dringend erforderlich. Da der Betrieb trotz des Baues weiterlaufen musste, wurde die Gesamtmaßnahme in 2 Bauabschnitten durchgeführt. Zuerst wurde der Erweiterungsbau an der Winthirstraße fertig gestellt und in Betrieb genommen, und anschließend der Umbau des Altgebäudes an der Lachnerstraße begonnen. Nach dem Ende der Maßnahmen im Jahre 1995 sind Bewohner wie Mitarbeiter mit dem Ergebnis höchst zufrieden, da sie in einem freundlichen, überschaubaren und zeitgemäßen Heimgebäude leben und arbeiten zu dürfen.

Das Haus ist jetzt eine zugelassene, vollstationäre Einrichtung nach dem Pflegeversicherungsgesetz und verfügt über 89 Heimplätze. Jedes der Einzel- bzw. Doppelzimmer verfügt über einen Vorraum, eine Nasszelle einen Wohnschlafraum und in den meisten Fällen über einen Balkonanteil. Die Ausstattung der Zimmer ist behinderten- und pflegegerecht, so dass Umlegungen im Falle von gesundheitlichen Verschlechterungen und notwendiger erhöhter Betreuung vermieden werden können. Jeder Bewohner kann in seinem Appartement bleiben, egal welcher Pflegestufe er zuzuordnen ist.

Alle 3 gemischten Wohn- und Pflegebereiche verfügen über eigene Speisen- und Aufenthaltsräume mit Gemeinschaftsterrasse, Stationsbäder mit Hubbadewannen, Hauswirtschaftsraum, Schwesternzimmer und Stationsküche. Verschiedenste Gemeinschaftseinrichtungen, wie Kapelle mit täglichem Gottesdienst, Cafeteria, Veranstaltungssaal, ein wunderschöner Park mit Brunnen, Friseur und ambulante Fußpflege erleichtern den Aufenthalt im Heim. Handläufe im gesamten Gebäudekomplex und im Park fördern die Selbständigkeit. Für die besondere Betreuung steht eine erfahrene Beschäftigungstherapeutin zur Verfügung, welche in Einzel- und Gruppentherapien den Alltag meistern hilft und durch diverse Angebote wie Flechten, Tonarbeiten, Papierarbeiten etc. die Fertigkeiten der blinden Frauen erhält oder erweitert. Für den Personenkreis der schwerdementen Bewohner wurde zusätzlich eine Diplom-Sozialpädagogin angestellt. Ein vielseitiges Angebot an Veranstaltungen im und außerhalb des Hauses wie wöchentliche Musik-Veranstaltungen, jahreszeitliche Feste, ein Heimchor, Sitzgymnastik, Gedächtnistraining, Vorlesestunden, Bibelfrühstück, Englisch-Gruppe, Konzertabonnements, Ausflüge, Ausstellungen etc. steht den Bewohnern kostenlos zur Verfügung.

Das Heim für blinde Frauen liegt in einem Wohnbaugebiet mitten in Nymphenburg-Neuhausen im Herzen von München, nahe dem BRK-Krankenhaus am Rot-Kreuz-Platz, dem Neuwittelsbacher Krankenhaus in der Renatastraße, dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder sowie einer Vielzahl von Facharztpraxen. Mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln ist das Heim leicht erreichbar, da sowohl Straßenbahn-, Bus- als auch U-Bahnhaltestellen sich innerhalb von wenigen Gehminuten befinden und in kürzesten Zeittakten Richtung Schwabing/Zentrum bzw. Westfriedhof/Moosach fahren. In einem Umkreis von 10 Gehminuten sind Geschäfte aller Art und Größe erreichbar. Für kürzere Ausflüge bietet sich das Schloss Nymphenburg mit den schönen Parkanlagen, der Kanal oder der Botanische Garten an. Der Hirschgarten mit ausgedehnten Fußwegen liegt ebenfalls nicht weit entfernt. Gaststätten mit Biergärten laden vor allem im Sommer zu einer gemütlichen Brotzeit oder einem herzhaften Essen ein und auch eine kleine Tasse Kaffee mit Kuchen kann man in angenehmer Atmosphäre am Rot-Kreuz-Platz genießen. Vom Heim aus ist die Nutzung des vielseitigen kulturellen und gesellschaftlichen Angebotes der Stadt München möglich: Theater, Konzerte, Kino, Zirkus, Kirchgänge…. Im Umland locken die oberbayerischen Seen, z.B. der für Rollstuhlfahrer ausgezeichnet geeignete Starnberger See mit seinen Ufergemeinden, der Ammersee mit den wunderschönen Dampfern und natürlich das gesamte Voralpenland bis hin zu den Alpen.