Individualität

Maßnahmen

Auf Grund der Überschaubarkeit unserer Einrichtung sind wir in der Lage unsere tagesstrukturierenden Maßnahmen individuell auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten unserer im Sehen beeinträchtigen Bewohner abzustimmen.

Im Rahmen der Ergotherapie werden Bewohner je nach Grad der Selbstständigkeit in Gruppen- bzw. individuell abgestimmten Einzelangeboten gezielt und dauerhaft gefördert. Dieses Angebot beinhaltet Beschäftigungstherapie mit Korb-Flechten, Basteln, künstlerischem Gestalten und Tonarbeiten sowie Bewegungsübungen und Gedächtnistraining. Dies alles findet in einem örtlich und zeitlich festgelegtem Rahmen statt und ist bewusst so konzipiert, dass es auch von unterschiedlich stark verwirrten Bewohnern genutzt werden kann. Die Kleingruppen werden überlegt zusammengestellt, so dass innerhalb der Gruppen möglichst wenig Reibungspunkte entstehen.

Die Förderung der stark dementen Bewohner, die das Angebot der Ergotherapie nicht mehr nutzen können, wird von einer hierfür speziell eingestellten Sozialpädagogin übernommen. Alle Maßnahmen können nur in Form der Einzelbetreuung stattfinden. Gruppenarbeiten sind bedingt durch die Blindheit in Kombination mit der schweren Demenz hier nicht möglich, wie die Erfahrungen gezeigt haben. Als Einzelmaßnahmen kommen in Frage: Gespräche, Spaziergänge, Vorlesen aus Zeitschriften, ritualisierte Besuche, Essenseingabe, Orientierungstraining, einfache berührungsorientierte Spiele.
Angebote

Unterstützend zu diesen Maßnahmen gibt es in den einzelnen Wohnbereichen innerhalb von festgelegten Zeitfenstern des Tagesablaufes ein auf die Bewohner abgestimmtes Angebot. Dazu gehört das Vorlesen der Tageszeitung mit Diskussion, Kreuzworträtsel, Gesellschaftsspiele, Ratespiele, Singen und Musik hören und natürlich Spaziergänge im heimeigenen Park, der mit behindertengerechten, mit Handläufen versehen Wegen angelegt ist. Zudem befindet sich dort das Hasengehege mit Kaninchen, das als regelmäßiger Anziehungs- Halte- und Treffpunkt dient.

Diese Aktivitäten sind fest in die Tagesstruktur des jeweiligen Wohnbereiches integriert und werden von Mitarbeitern, FSJ-Mädchen, Zivildienstleistenden, Praktikanten, Schülern, ehrenamtlichen Helfern, aber auch von in die Pflege mit einbezogenen Angehörigen durchgeführt.

Einen erheblichen Anteil bei der Tagesstrukturierung leisten die oben genannten ehrenamtlichen Helfer. Sinnvolle Einsatzsteuerung durch eine seit November 2002 angestellte Ehrenamtsbeauftragte in enger Zusammenarbeit mit der Sozialpädagogin und der Leitung des Hauses ermöglichen das Eingehen auf die ganz individuellen Bedürfnisse und Möglichkeiten der Heimbewohner.

Bedingt durch die starke Sehbeinträchtigung/Blindheit der Heimbewohner machen nahezu alle Aktivitäten eine 1 zu 1 Betreuung erforderlich. Nur durch die große Anzahl der ehrenamtlichen Helfer ist diese intensive und individuelle Betreuung möglich. Zum 31.03.2007 waren 65 ehrenamtliche Helfer für Einzel- und Gruppenaktivitäten im Hause tätig. Von den 65 Ehrenamtlichen betreuen 30 mehr als nur einen Heimbewohner. Ein definiertes Ziel des Heimes ist eine dauernde Steigerung der Anzahl der Ehrenamtlichen.

Zusätzlich zu den oben angeführten Maßnahmen steht für alle Bewohner ein reichhaltiges Veranstaltungsangebot zur Verfügung.

Es umfasst:

Katholische Gottesdienste fast täglich
Vorleseangebote wöchentlich 2-3 Mal
Gymnastik wöchentlich 2 Mal
Sitztanz 14-tägig
Heimchor 2 x monatlich Proben, Auftritte bei Feiern und Festen im Heim
Konzertangebote unterschiedlichster Art 3-4 x monatlich im und außer Haus
Tanznachmittag monatlich
Evangelischer Gottesdienst mit anschließendem Bibelgespräch 1 x monatlich
Geburtstagsfeiern mit Life-Musik 1 x pro Quartal
Dichterlesung 2 x pro Jahr
Theateraufführung außer Haus 1 – 2 x pro Jahr
Ausfahrten in Kleingruppen zu Konzerten, Gottesdiensten, Beerdigungen, Theateraufführungen, Biergarten, etc. im heimeigenen Kleinbus
großer Tagesausflug aller (mobilisierbaren) Heimbewohner 1 x pro Jahr

Von großer Wichtigkeit ist auch das gemeinsame Feiern aller Feste, die unsere Bewohner durch ihr bisheriges Leben begleitet haben und die das Jahr unterteilen. Beginnend mit dem Faschingsfest hin zum Osterkaffee, den gemeinsame Geburtstagsfeiern, dem Sommerfest und Oktoberfest, der Nikolaus- und der Weihnachtsfeier und schließlich dem Silvesterkonzert werden im Jahreslauf immer wieder Höhepunkte gesetzt, aber auch altbekannte und gut eingespielte Rituale durchlaufen. Diese Aktivitäten tragen dazu bei Geborgenheit im Heim-Alltag erfahrbar zu machen. Sie vermitteln das Gefühl von Vertrautheit und erzeugen damit einen Teil der Sicherheit, die durch den Verlust des Sehvermögens, des Gehörs und auch der Orientierung zu Raum, Zeit und Person am meisten fehlt.